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Kleines Spielfeld als Nachteil?


Sa, 20.10.2012



Nächstes Wochenende erwartet die Oberwil Rebells die erste Doppelrunde.
Mit Kernenried und Aegerten-Biel stehen zwei Gegner vom Tabellenende auf dem Programm.

Mehr und mehr Vereine rüsten sich für die Zukunft und bauen grosse Spielfelder. Bereits die Hälfte der Nationalliga A hat sich vom kleinen Feld verabschiedet. In Bettlach ist ein neues Spielfeld in Planung. Ob ein kleines Feld noch taktische Vorteile mit sich bringt, ist schwer einzuschätzen. Einerseits erlaubt es einer läuferisch schlechten Mannschaft länger in einem Spiel mitzuhalten, andererseits sind die Laufwege auch im Training kürzer. Daher wird es schwieriger, Anschluss an die vielen schnellen Teams mit Grossfeldern zu finden. Zwei Mannschaften, welche noch immer auf kleinen Feldern trainieren, sind die beiden Gegner der Rebells vom kommenden Wochenende. Kernenried heisst der Herausforderer vom Samstag. In Zauggenried kommt es zum Duell gegen das Tabellenschlusslicht auf dem kleinen Spielfeld neben dem Schulhaus. Am Sonntag begrüssen die Zuger zuhause auf dem Grossfeld den SHC Aegerten-Biel. Überraschend sind die Seeländer, die letzte Saison noch den Halbfinal erreichten, an zweitletzter Stelle noch ohne Sieg anzutreffen.

Trainerwechsel
Dass die Bulldozers aus Kernenried nach der Qualifikation unter den besten fünf Mannschaften platziert sind, erwartet niemand von den Bernern. Für solche Vorhaben fehlt ihnen schlicht die Kaderdichte und -breite. Doch der letzte Platz ohne einen einzigen Punkt stellt Sportchef Tobias Strahm ganz und gar nicht zufrieden. „Über Jahre gegen den Abstieg zu kämpfen, zehrt an der Motivation. Das bin ich mir bewusst“, analysiert Strahm sachlich. „Trotz unseren tiefen Erwartungen waren wir mit der Trainersituation jedoch nicht zufrieden und mussten reagieren“, so der Sportchef, „durch den Trainerwechsel erhoffen wir uns einen neuen Schub in der Mannschaft. Strahm übernahm das Traineramt zusammen mit einem Kollegen gleich selber. Eine Reaktion des Teams war bereits im Spiel gegen Bonstetten zu erkennen. Die üblicherweise heimstarken Berner hielten endlich wieder einmal nach zwei Dritteln noch mit 4:4 mit. Am Ende resultierte aber trotzdem eine Niederlage. Gegen Oberwil möchten die Bulldozers vor allem Erfahrungen sammeln und Fehler in ihrer eigenen Abwehr aufdecken. „Wir werden versuchen mit einer kämpferischen Leistung das Beste aus der Situation herauszuholen“, fügt Strahm an.

Negative Überraschung
Aegerten-Biel kommt diese Saison einfach nicht auf Touren. Alle bisherigen Ernstkämpfe haben die Berner Seeländer verloren. Gegen La Chaux-de-Fonds verspielten sie eine Vier-Tore-Führung und kassierten glücklich in der Verlängerung eine weitere Niederlage. „Wir verfügen auch in diesem Jahr wieder über schlechte Trainingsbedingungen, da ein anderer Verein Vorzüge auf unserem Platz geniesst“, informiert Verteidiger Leo Ehrismann über die schlechte Ausgangslage in Biel. Der engagierte Teamleader kehrt nach einer langen Verletzungspause langsam zurück ins Team. „Mit Einsätzen in der zweiten Mannschaft versuche ich mich langsam, an die höchste Liga heranzutasten“, so Ehrismann. Aegerten-Biel hat zudem noch einen wichtigen Abgang zu beklagen. Nationalspieler Marc Aegerter wechselte auf die kommende Saison zu Grenchen. Leo Ehrismann zeigt sich aber noch wenig verunsichert: „Sobald wir wieder richtig trainieren können und unsere Verletztenliste etwas kürzer wird, werden wir uns Schritt für Schritt zu den Playoffplätzen hinauf arbeiten.“ Davon ist der Berner überzeugt. Gegen die Rebells sieht er sich mit dem kleinen Feld in Biel nicht im Nachteil: „Unsere Mannschaft hat sich jeweils problemlos an die anderen Spielfelder angepasst. Das haben wir zuletzt beim guten Spiel in Belp bewiesen. Wir werden alles daran setzen, dem Leader Oberwil das Leben ebenfalls möglichst schwer zu machen.“

Ferienproblem
Die Rebells haben dieses Wochenende wieder einige Absenzen zu kompensieren. Neben den üblichen Dauerverletzten geniessen mehrere Spieler noch die letzten Ferien des Jahres und weilen im Ausland. Das sind Probleme, die nur der Amateursport kennt. NLB-Verteidiger Severin Senn und einige Junioren werden das Team am Sonntag zuhause ergänzen. Am Sonntag darf ein spannendes Spiel erwartet werden. Aegerten-Biel will mit einem guten Spiel die Wende in der Meisterschaft anstreben. Die Rebells dürfen im Rennen um den Qualifikationssieg keine Punkte liegen lassen, wenn sie in den Playoffs das volle Heimrecht geniessen wollen.


NLA: Samstag, 20. September, 14:00 Uhr, SHC Kernenried Bulldozers – Oberwil  Rebells, Zauggenried.
NLA: Sonntag, 21. September, 14:00 Uhr, Oberwil  Rebells – SHC Aegerten-Biel, Herti Nord.

 

Autor Oli Marty

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