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WC Nitra: Interview mit Mathieu Schildknecht


Di, 19.08.2014


In einem Interview werden alle Verstärkungen für den World Cup 2014 in Nitra kurz vorgestellt. Mathieu Schildknecht ist der nächste Kandidat. Schildknecht ist Stürmer der Schweizer Nationalmannschaft und besticht mit seiner Schnelligkeit. Der Walliser von den Sierre Lions war bereits in Pardubice 2013 Teil der Mannschaft.

Auf dich können wir ebenfalls das zweite Mal zählen. Freust du dich auf Nitra, Schiki?

Ja, es ist meine zweite Chance dieses Turnier mit Oberwil zu erleben. Ich freue mich sehr darauf, uns mit den internationalen Spitzenclubs zu messen und zu vergleichen, wie das Niveau der Schweiz international abschneidet. Besonders freue ich mich darauf, dieselben Emotionen wieder zu fühlen, wie ich es in Pardubice erleben durfte.

Welche Erfahrungen hast du nach Sierre mitgenommen?

Die Erfahrung von Pardubice brachte mir eine Menge. Es gab mir Selbstvertrauen, dass wir den Final erreichten. Dies hat sich positiv auf meinen persönlichen Saisonstart mit Sierre ausgewirkt. Es war mein erstes internationales Finale, an dem ich teilgenommen habe und die Erinnerung ist eine der schönsten meiner Karriere.

Wie erlebst du die Rebells bisher als Mannschaft?

Oberwill funktioniert wie eine große Familie, wo jeder im Team seinen Platz und seine Rolle hat. Der Zusammenhalt zwischen allen Akteuren und die Atmosphäre sind unbeschreiblich. Im vergangenen Jahr wurde ich in Pardubice mit offenen Armen begrüsst. Ab der ersten Minute fühlte ich mich als Teil der Mannschaft, als wäre ich schon eine Ewigkeit dabei. Dies ist meines Erachtens sicherlich auch ein Grund, dass wir das Finale erreichten.

Wie hat sich das Schweizer Streethockey entwickelt?

Erstens, die Tatsache, dass wir gegen andere internationale Teams konkurrieren können, zeigt uns auf, wie sich das Niveau der Schweiz entwickelt hat. Selbstverständlich haben wir noch immer einen Nachteil, weil wir in der Schweiz 4 gegen 4 spielen ohne Offside. Zweitens fördern solche internationalen Wettbewerbe  den Austausch zwischen Vereinen und Spielern, was das Schweizer Streethockey verbessert. Die Turniere ermutigen auch ausländische Spieler in der Schweiz spielen zu wollen. Dadurch wird das Niveau der Liga erhöht.

Wieso hat die Schweiz auf Klubebene so stark aufgeholt in den letzten Jahren?

Ich denke, dass die Rebells über eine Siegermentalität verfügen, sei es im Cup, in der Meisterschaft oder auf internationaler Ebene. In jeder Situation zeigt das Team Charakter und weiß, wie man reagieren muss. Oberwil ist eine komplette und ehrgeizige Mannschaft. Darüber hinaus werden sie jedes Jahr von gezielten Transfers verstärkt. International erfahrene Spieler wie Tomas Kudela, Yannick Sterchi oder Gregory Dumas sind weitere Elemente des Erfolgs.

Was hat Tibor Kapanek in der Nati bewirkt?

Zuerst brachte er einen Zusammenhalt in die Mannschaft, die von entscheidender Bedeutung für ein Team ist. Der gute Geist, der in Oberwil herrscht, hat sich auf die Nationalmannschaft übertragen. Mit all der internationalen Erfahrung auf dem Buckel, weiss er sehr viel über Grossfeldhockey. Darüber hinaus ist er vertraut mit den Spielsystemen der Gegner, dass wir uns gut auf unsere Gegner einstellen können. Das erhöht unsere Chancen auf einen Sieg. Zudem hat er die Fähigkeit zu erkennen, wo die Stärken und Schwächen eines Spielers liegen. So findet er stets den richtigen Ort, einen Spieler einzusetzen.

Was können wir in Zug 2015 von der Nati erwarten?

Wenn jeder seine Rolle wahrnimmt und die Mannschaft harmoniert, dann können wir mit den Top-Nationen mithalten, auch wenn unsere Gruppe nicht einfach sein wird. Ich denke, wir müssen jedes Spiel zu nehmen und von Spiel zu Spiel schauen. Die Ergebnisse in den World Cups auf Klubebene zeigen, dass es viele gute Spieler und Talente in der Schweiz hat. Das ist für Zug ermutigend.

Wie läuft es im Berufsleben?

Ich begann eine Umschulung als Maschinist in Sierre. Ich habe das Glück, einen sehr verständnisvollen Chef zu haben, der mir die Zeit gibt, mich im Streethockey zu engagieren. Ich bin wirklich glücklich, weil ich eine Balance gefunden habe, dass ich meine Leidenschaft Streethockey voll ausleben kann.
 

Autor Oli Marty

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