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Der Cupfinal als erstes Saisonhighlight


Mi, 01.04.2015

In Thun kommt es am Ostersamstag zum Knüller im Cupfinal. Die Rebells treffen zum dritten Mal im Berner Oberland auf den SHC Belpa im Kampf um den Pokal.

Drei lange Jahre mussten sich die Rebells gedulden, bis sie nun endlich wieder den umstrittenen Parkett in Thun betreten dürfen. Obwohl es viele kritische Stimmen gibt über den Austragungsort des Cupendspiels in der MUR-Halle, sind sich in einem Punkt alle einig. Die Atmosphäre in Thun ist einmalig. Jeder Spieler, der einmal vor diesem tosenden Publikum spielen durfte, will dieses Gefühl wieder erleben. Über sechshundert Fans werden auch dieses Jahr erwartet, wenn der aktuelle Leader Oberwil auf das zweitplatzierte Belp trifft. Das Spektakel ist angerichtet. Der umstrittene Belag verspricht schnelles Hockey und viele Tore. „Trotz der speziellen Ausgangslage will jedes Team dieses Final unbedingt gewinnen. Nur wer Ausreden sucht, gibt der Infrastruktur die Schuld“, analysiert der Rebells-Torhüter Pascal Melliger den Cupfinal. Einzig die Hitze, die sich nach einer Weile entwickelt, stört den fokussierten Schlussmann.

Die Ausgangslage ist dieses Jahr besonders ausgeglichen. Beide Teams zeigten eine überzeugende Qualifikation. Die beiden Direktduelle wurden jeweils vom Auswärtsteam gewonnen. Mit Ausnahme von Belps Patzer vom letzten Sonntag, als sie Bonstetten erst in der Verlängerung besiegten, zeigten beide Teams keine Einbrüche in dieser Saison.
Beide Mannschaften verfügten über ein breites Kader und haben ein paar Verletzte zu beklagen. Obwohl die Zuger keine schönen Erinnerungen an den letzten Final hegen, sie verloren knapp gegen Grenchen, haben sie beim Blick in die Vergangenheit die besseren Karten. Im Cupfinal haben die Zuger noch nie gegen Belp verloren. In den Jahren 2009 und 2011 kam es bereits zu dieser Affiche. Es gab jeweils unheimlich viele Tore. Im ersten Aufeinandertreffen resultierte ein knapper 13:12-Sieg für die Oberwiler. Zwei Jahre später gewannen die Rebells mit 18:10 deutlicher. Doch mit diesen Erfolg lässt sich bekanntlich nichts kaufen an diesem Osterwochenende.

Für die beiden Müller im Team der Rebells ist der Cupfinal eine Premiere. Die Junioren Tim und Ken, die übrigens nicht näher miteinander verwandt sind, haben sich in dieser Saison einen Stammplatz im Fanionteam erarbeitet. Beide Talente stammen aus der eigenen Nachwuchsabteilung und überzeugten in der bisherigen Saisonhälfte auf der gesamten Linie. „Der Cupfinal ist ein Highlight für mich. Ich freue mich riesig. Der schnelle Untergrund liegt mir, da das Tempo so höher wird. Mit Sicherheit wird die Atmosphäre einmalig“, schwärmt der Kantonsschüler Tim Müller, der mittlerweile sogar den Sprung ins Nationalmannschaftskader geschafft hat. Für seinen Teamkollegen Ken findet er lobende Worte: „Ken ist unglaublich wendig. Mit seiner Spielintelligenz und seiner Übersicht kann er jederzeit ein Ausrufezeichen setzen“, so Tim Müller, „teilweise muss er aufpassen, dass ihm sein Offensivdrang nicht zum Verhängnis wird.“ Ken gibt die Blumen zurück: „Tim macht hinten fast keine Fehler. Seine Technik ist bemerkenswert. Im Körperspiel liegt eine seiner Schwächen, da kann er noch zulegen“, sagt der angehende Konstrukteur. Für beide Verteidiger ist klar, dass der Schlüssel zum Erfolg in einer soliden Defensive liegt. Das Kader von Tibor Kapanek scheint rechtzeitig bereit zu sein. Im Halbfinal vor zwei Wochen liessen die Rebells nichts anbrennen. Sie zeigten eine engagierte Partie und dominierten das Geschehen phasenweise. Auch die vorherigen Paarungen entschieden die Zuger allesamt deutlich. Für Belp führte der Weg ins Finale an keinem NLA-Team vorbei - eine Seltenheit.

Mit dem SHC Belpa steht den Zentralschweizern der momentan beste Gegner gegenüber. Die Mannschaft von Trainer Rony Strähler verfügt ebenfalls über diverse Nationalspieler in ihren Reihen. Zwischen den Pfosten steht Natigoalie Sven Hofmann, der an diversen Turnieren im Ausland bereits bewiesen hat, dass er in wichtigen Spielen ein solider Rückhalt sein kann. Mit Fuchs und Faina laufen zwei Leistungsträger der Nati in Thun auf, die man immer auf der Rechnung haben muss. An einem guten Tag können auch Reber, Zürcher oder Wittwer ein Spiel entscheiden. Auf der Ausländerposition glänzen die Gürbetaler mit dem Königstransfer Lukas Hudecek. Der tschechische Nationalspieler ist in dieser Saison Topskorer der obersten Liga geworden. Seine Werte sprechen für sich in Sachen Gefährlichkeit in der Offensive. Neben seiner Skorerqualitäten ist er körperlich der wohl beste Athlet der Liga. Auf ihn müssen die Rebells besonders achten. Ein Kollektiv wie Belp können die Rebells nur mit einer charakterfesten Mannschaftsleistung bezwingen. Der Oberwiler Captain Mathias Beiersdörfer kennt die Schwächen des Gegners: „Die Berner haben aussergewöhnlich starke Einzelspieler. Läuft es ihnen jedoch nicht, fallen sie auseinander.“


Cup: Samstag, 4. April, Oberwil Rebells – SHC Belpa 1107, 15:00 Uhr, MUR-Halle Thun.

Autor Oli Marty

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