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Abnützungskampf um den neunten Pokal


Fr, 22.05.2015

Am Samstag steht das zweite Finalspiel in Belp an. Die Rebells erhalten die erste Chance, den neunten Schweizer Meistertitel in der Klubgeschichte zu gewinnen.

In der Saison vor der Weltmeisterschaft in Zug geht es um viel im Schweizer Streethockey. Das zeigen die vielen Verletzungen in diesen Playoffs. Alle Mannschaften gehen ans absolute Limit. Oft werden Zweikämpfe am Rande des Erlaubten geführt. In den diesjährigen Ausscheidungsspielen haben die Rebells in jeder Serie einen Spieler verloren. Im Viertelfinal brach sich Manuel Renfer in einem Bandenkampf die Speiche. Für den Nationalverteidiger ist der Traum Zug 2015 somit geplatzt. Andreas Marty verletzt sich im Halbfinal durch einen Stockschlag so stark am Brustkorb, dass ihm notfallmässig die Milz entfernt werden musste. Die Verletzungshexe machte auch im Final nicht Halt. Am vergangenen Sonntag traf es Routinier Fabian Keiser. Der Stürmer, welcher den letzten Final mit einem Treffer entschied, musste das Spiel schon früh wegen Schulterproblemen abbrechen. Nach all diesen Zwischenfällen werden Diskussionen laut, wie der Verband die Problematik lösen soll. In jeden Fall müssen neben den Schiedsrichtern auch die Feldspieler ihren Teil dazu beitragen, dass es im Streethockey zu weniger Verletzungen kommt.

Der SHC Belpa wird sich am Samstag sicherlich nicht einfach geschlagen geben. Die Berner sind als Steh-auf-Männchen bekannt. Dass sie eine Serie noch drehen können, haben sie auch schon bewiesen. Vor einem Jahr waren sie im Halbfinal in Grenchen in einer ähnlichen Situation. Im zweiten Spiel kam es erst kurz vor Schluss zur Wende. Mit diesem Schwung gewannen die Gürbetaler damals völlig überraschend das dritte Spiel und qualifizierten sich für den Final. Das Gesicht der Berner hat sich seither wieder verändert. Auf der Ausländerposition haben sie den Kanadier Novis durch die zwei Tschechen Hudecek und Rybon ersetzt. Zudem verstärkten sie ihre Defensive mit einem Transfer der Sierre Lions. Sandro Heynen, der Walliser Nationalspieler, gab nach dem Auftaktspiel im Walliser Regionalsender Kanal9 klar zum Ausdruck, dass er sich in Belp wohl fühlt und noch an eine Wende im Final gegen Oberwil glaubt: „Es braucht von jedem 100% Einsatz – im Training diese Woche und dann am Spiel am Samstag“, sagte Heynen an seiner Finalpremiere, „Die Chancen gilt es zu verwerten und dumme Strafen zu vermeiden“, fügt er an. Der Oberwalliser geniesst die Verantwortung im Berner Dress. Er bereut seinen Wechsel nicht. „Es herrscht eine Rivalität zwischen den beiden Teams. Auf dem Feld schenken wir uns nichts, obwohl sich viele Spieler sehr gut aus der Nationalmannschaft kennen“, so Heynen.

Für einen Rebells-Akteuer werden diese Pfingsten zum ganz besonderen Moment. Thomas Bossard beendet nach mehr als 15 Jahren im Strassenhockey seine Karriere. Die Oberwiler Ikone sass bereits bei der Gründung der Rebells im Jahre 2000 im blauen Saal, als der Verein vom Werdegang in die höchste Spielklasse träumte. „Wir wussten schon damals, dass viel Talent in unserer Mannschaft steckte. Dass wir derart erfolgreich werden, hätte wir uns nie zu erträumen gewagt“, so Bossard. Der Sicherheitsberater konnte diverse Erfolge mit den Rebells feiern. Er war an allen acht Meistertiteln und den sechs Cupsiegen massgeblich beteiligt. Seine grössten Erfolge sind bis heute der Weltcupsieg 2011 und der Europacupsieg ein Jahr danach. Vielleicht kommt ein weiteres Highlight im Juni an der Weltmeisterschaft in Zug hinzu. Für den Samstag gibt sich Bossard gewohnt optimistisch: „Wir werden mit dem Pokal nach Hause fahren, wenn wir das Hockey der zweiten Finalhälfte abrufen. Mit viel Druck können wir Belp das Leben schwer machen. Belp ist eine Stimmungsmannschaft. Sind sie einmal in Front, ist es enorm schwer, die Partei wieder auszugleichen. Vor gut einem Jahr holten wir im zweiten Spiel einen klaren Rückstand auf, mussten uns am Schluss wegen eines ärgerlichen Konters dennoch geschlagen geben“, erinnert sich Bossard. Der Oberwiler hat im Sport viel fürs Leben profitiert. „Ich bin zum Teamplayer gewachsen und habe gelernt, die eigenen Interessen zugunsten der Mannschaft in den Hintergrund zu stellen. Diese Eigenschaften sind auch in der Arbeitswelt und im Privatleben nützlich“, so Bossard.  

Für das Auswärtsspiel am Samstag organsieren die Rebells einen Fancar. Bei einer allfälligen Zuger Niederlage findet die „Belle“ am Pfingstsonntag im Herti Nord statt. Angepfiffen wird die Partie wie üblich um 14:00 Uhr.

NLA, Playoff: Samstag, 23. Mai, SHC Belpa 1107 – Oberwil Rebells, 14:00 Uhr, Belp.
Evtl. NLA, Playoff: Sonntag, 24. Mai, Oberwil Rebells – SHC Belpa 1107, 14:00 Uhr, Herti Nord.
 

Autor Oli Marty

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