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Natitrainer Tibor Kapanek hat einen Traum


Sa, 13.06.2015

Natitrainer Tibor Kapanek hat einen Traum: Halbfinals

Am kommenden Freitag, 19. Juni, 19.30 Uhr, eröffnet die Schweiz die WM nach der grossen Eröffnungsfeier gegen Bermuda das WM-Turnier. Und alles andere als ein Sieg wäre eine riesige Überraschung. Nur, so betont Natitrainer Tibor Kapanek: «Ein Eröffnungsspiel, und dies noch vor eigenem Publikum, ist immer schwierig.» Nicht zuletzt auch deshalb, weil man gegen diesen Gegner klarer Favorit sei. Der Final wird am Sonntag, 28. Juni, ausgetragen.

Aus diesem Grunde hätte Kapanek zu Beginn lieber gegen Goldkandidat Kanada gespielt. Dennoch: Etwas hat die Mannschaft ihren Gegnern sicher voraus – sie kennt den neuen Belag in der Bossard Arena. Kapanek: «Dass wir in den letzten Tagen immer wieder darauf trainieren konnten, war natürlich perfekt für uns. Es ist wichtig, dass meine Spieler sich mit der neuen Unterlage vertraut machen konnten.»   

An grosses Feld gewöhnen

Aber nicht nur die Unterlage ist Neuland für die Spieler, sie mussten sich in der Vorbereitung an das grosse Feld gewöhnen und haben in den Trainings ausserdem wie international üblich mit 5 Feldspielern (in der Meisterschaft spielt man in der Schweiz 4 gegen 4) gespielt. Kapanek: «Intensiv haben wir an den Abstimmungen gefeilt.» Die Specials Teams (Unter- und Überzahlspiel) sind nicht nur im Eishockey elementar, sondern auch im Streethockey. «Viele Spiele auf höchstem Niveau werden dann entschieden.» Teile der Schweizer Nationalmannschaft trafen sich in Zug auch unter der Woche zu freiwilligen Trainings. Insgesamt, so Tibor Kapanek, ist er mit der Vorbereitung in Hochdorf und Zug sehr zufrieden und konstatiert: «Wir sind bereit.»
 

Kaderschnitt war nicht einfach
Die letzte Mai- und die erste Juni-Woche trainierte die Nationalmannschaft in Hochdorf. Und da vollzog Kapanek den letzten Kaderschnitt. «Es war für mich die schlimmste Situation in der ganzen Vorbereitungsphase», erklärt er. Besonders schwierig für ihn war das Gespräch Torhüter Stephan Sidler, dem Meistergoalie der Oberwil Rebells. Denn: Kapanek ist nicht nur Natitrainer, sondern auch Trainer von Doublegewinner Oberwil Rebells. «Das war ganz und gar nicht einfach für mich. Aber solche Entscheide gehören halt dazu.» Sidler wird übrigens wie Valentin Steiner (Sierre) und Timon Hess (Bettlach) auf Abruf bereit stehen. Für die WM gemeldet werden insgesamt 3 Torhüter und 22 Feldspieler.


Die Spieler bekamen nach dem Abschlusstraining am Sonntag nochmals frei und werden sich am Donnerstag, einen Tag für WM-Beginn, in Zug wieder treffen, ein Abschlusstraining absolvieren, ehe sie sich dann für das Spiel gegen Bermuda einstellen. Ziel sei es, dem hoffentlich zahlreichen Schweizer Publikum (Gratiseintritt für alle Spiele) ein attraktives, schnelles und offensives Streethockey zu zeigen. «Wir sind nämlich fähig, mit besten Mannschaften der Welt mitzuhalten.» An der körperlichen Verfassung und der Schnelligkeit werde es sicher nicht scheitern. Die Motivation der Spieler sei gross, der absolute Siegeswill vorhanden. «Ich bin überzeugt, wenn sich meine Mannschaft von der anfänglichen Nervosität befreit hat, in wichtigen Augenblicken auch das Glück des Tüchtigen hat, werden wir erfolgreich sein.

Auch wenn Tibor Kapanek den Ball bewusst tief hält, von einer Medaille träumen er und sein Team schon – ohne dies aber offen zu sagen. Der Slowake, der sich in Zug seit rund zehn Jahren äusserst wohl fühlt und sich mit seiner Familie gut eingelebt hat, spricht deshalb vorsichtig von einer Halbfinal-Qualifikation.


Wer ist der Favorit?
Als Favoriten werden in Zug Tschechien, Kanada, USA und die Slowakei gehandelt. Den Weltmeistertitel haben in der bisherigen Geschichte einzig Kanada, Tschechien und die Slowakei gewonnen. Als starke Teams bezeichnet Kapanek aber auch Griechenland und Portugal. In der Qualifikation trifft die Schweiz neben den Bermudas auf Kanada, Tschechien und zum Abschluss auf Griechenland. Ein happiges Programm, aber trotz allem nicht unlösbar. In den zwei Vorbereitungsturnieren in der Slowakei hat man den Gastgeber geschlagen.

Die Fortschritte der Schweizer Nationalmannschaft unter Tibor Kapanek blieben weder der Konkurrenz noch Weltverbandspräsident George Gortos, verborgen. Der Kanadier mit griechischen Wurzeln traut den Schweizer jedenfalls einen Höhenflug zu. «Die Schweizer Herren haben die Möglichkeit, um eine Medaille zu spielen», hat er bei seinem Besuch in Zug gesagt.

Autor OK WM ZUG 2015

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