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Vizemeister mit neuem Gesicht


Sa, 24.10.2015

In der sechsten Runde kommt es zur Revanche des letztjährigen Playoff-Finals. Belp ist zu Gast im Herti Nord und gilt ausnahmsweise als gefährlicher Aussenseiter.

Die neue Grossfeldmeisterschaft hat schon zu einigen Überraschungen geführt. Sierre mausert sich zum Titelanwärter. Mit Ausnahme des Patzers in Zug zeigten die Walliser einen überzeugenden Saisonauftakt. Sie siegten gegen Grenchen und Belp und sind somit erster Verfolger der Rebells. Oberwil tritt dieses Jahr aussergewöhnlich dominant auf. Nicht einmal ein optimistischer Fan hätte sich derartige Resultate, wie sie die Zuger bislang ablieferten, erträumt. Die Saison ist jedoch noch jung und wird bekanntlich erst im Frühling entschieden - so viel ist sicher.
Am Sonntag empfängt der Leader den SHC Belpa 1107. Die Gürbetaler verzeichneten auf diese Saison die grössten Kadermutationen seit langem. Der Verein steht im Umbruch. Nicht weniger als sechs gewichtige Abgänge musste der Vizemeister verdauen. Die beiden Tschechen Hudecek und Rybon wechselten den Klub und der Nationalverteidiger Sandro Heynen kehrte zurück zu seinen Wurzeln ins Wallis. Mit Gerber, Hirschi und Trachsel erklärten zudem drei erfahrene Verteidiger ihren Rücktritt. Trotz dieser Misere muss man die Berner stets auf der Rechnung haben. Die Vergangenheit hat bewiesen, dass man Belp besser nicht unterschätzen sollte, obwohl die Zuzüge in keinem Verhältnis zu den Abgängen stehen. Nichtsdestotrotz kehren einige bekannte Namen ins Gürbetal zurück. Yannick Strähler, der auch schon eine Saison für die Rebells engagiert war, gab sein Comeback. Die Ausländerposition konnten die Berner bisher noch nicht besetzen. „Unter gewissen Umständen wird Tyler McFadden in der Rückrunde wieder unser Dress tragen. Der Kanadier wird das Ausländerkontingent jedoch nicht belasten, da er wie Hildreth nach fünf Jahren im Einsatz als „Schweizer“ gilt“, erklärt Spielertrainer Ronny Strähler. Der ältere Bruder von Yannick ist dieses Jahr wieder auf dem Terrain anzutreffen. „So lange es meine Hüfte erlaubt, bringe ich meine Grossfelderfahrung auch spielerisch gerne in die Mannschaft ein“, so Coach Strähler.
Auch Beat Bätschert, ein Urgestein im Schweizer Strassenhockey, sucht im Belpmoos die letzte Herausforderung seiner Karriere. Begeistert von der WM in Zug meldet er sich im Sport zurück. Die restlichen Lücken wurden mit dem eigenen Nachwuchs und Spielern der zweiten Mannschaft gefüllt. Zurzeit belegen die Belper den vierten Tabellenrang. Auf einen soliden Saisonauftakt gegen Bettlach folgte die erste Niederlage gegen Grenchen. Jüngst resultierte in Sierre gar eine 6:0-Klatsche. „Diese Niederlage war kein richtiger Gradmesser, zu viele Leistungsträger haben gefehlt“, kommentiert Belp-Angreifer Patrick Feuz dieses Resultat, „in Grenchen hat unser junges Team ansatzweise gezeigt, welche Qualitäten in uns steckt. Nun müssen wir unser Spiel noch über 60 Minuten auf den Asphalt bringen. Das wollen wir in Oberwil hinkriegen.“ Feuz spielt erst seit diesem Sommer wieder NLA. Sein letztes Spiel in der obersten Liga lag fast acht Jahre zurück. Dazwischen war er beim SHC Berner Oberland und bei den Belper Senioren engagiert. „Mit meiner Vergangenheit als Juniorentrainer bei Belp fühle ich mich sehr wohl unter den jungen Spielern“, so Feuz. Sportlich ist der 33-jährige in der NLA angekommen und erlebt den zweiten Frühling seiner Karriere. Fünf Tore in drei Spielen sprechen für sich. Persönlich gibt sich der gelernte Maler auch nach dem Hattrick im letzten Ernstkampf bescheiden und bezeichnet sich als Ersatzlösung. „Neben Faina und Müller im Sturm würde jeder eine gute Falle machen“, fügt er an.

Das Team von Trainer Ronny Strähler reist ohne ihren Topskorer Alessio Faina an den Zugersee. Der Nationalspieler weilt zusammen mit dem Zuger Patrick Döbeli in den Ferien. Die beiden verbindet bereits eine langjährige Freundschaft. Somit fehlt beiden Kontrahenten ein gefährlicher Stürmer, was die Ausgangslage wieder etwas ausgleicht. Für den Schweizer Meister sind die Personalsorgen noch nicht begraben. Die Spieler Trütsch, Müller, und Senn melden sich zwar aus den Ferien zurück. Mit Mathias Beiersdörfer und Christoph Stocker haben sich dagegen wieder zwei Akteure verletzt. Wann die beiden wieder zum Einsatz kommen, ist ungewiss. „Es ist schwierig, unseren Gegner vom Sonntag einzuschätzen. Es ist eine Revanche des letztjährigen Finals. Die Duelle gegen Belp sind mittlerweile zum Klassiker geworden“, schildert Fabian Hofstetter. Der Head Coach stellt jedoch klar: „Wir sind uns der Favoritenrolle bewusst und streben einen klaren Sieg an im Herti Nord.“

NLA: Sonntag, 25. Oktober, Oberwil Rebells - SHC Belpa 1107, 14:00 Uhr, Herti Nord.

Autor Oli Marty

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