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Schlusslicht und Pechvogel zugleich


Sa, 28.11.2015

Im zweitletzten Heimspiel des Jahres empfängt Oberwil die Bulldozers aus Kernenried. Die Berner reisen mit der Laterne und viel Pech im Gepäck an den Zugersee.

Auf dem Papier treffen am Sonntag zwei total gegensätzliche Mannschaften aufeinander. Der Leader Oberwil empfängt das Tabellenschlusslicht Kernenried. Die beste Offensive trifft auf die schwächste - sozusagen David gegen Goliath. Im ersten Aufeinandertreffen der beiden Teams war von dieser Überlegenheit wenig zu spüren. Die Rebells siegten glanzlos mit 1:6, wobei sie im dritten Meisterschaftsspiel gegen die Rieder das erste Gegentor der Saison kassierten. Dennoch spricht am Sonntag vieles für die Kolinstädter. „Mit dem bisherigen Saisonverlauf dürfen wir nicht zufrieden sein. Diverse Niederlagen, zum Beispiel das Kellerduell gegen Bonstetten, waren für uns herbe Enttäuschungen“, erklärt der Berner Torhüter Tobias Strahm. Für Strahm spielen mehrere Faktoren eine Rolle in diesem Dilemma: „Einerseits fehlt es uns an Kadertiefe und dem taktischen Verständnis, andererseits machen uns immer wieder dumme Eigenfehler einen Strich durch die Rechnung.“ Nach acht Partien hat Kernenried lediglich zwei Punkte auf dem Konto. Die Bulldozers werden vom Pech regelrecht verfolgt. Ihr bester Spieler, Livio Bütikofer, riss sich im Duell gegen Belp das Kreuzband. Seither unterstützt er den Staff. Zudem musste ihr Head Coach Olivier Brodard aus gesundheitlichen Gründen vorübergehend kürzer treten. „Natürlich schmerzen diese Personalsorgen. Sie sind jedoch keineswegs eine Entschuldigung für die schlechten Leistungen. Die wichtigsten Spiele haben wir vor diesen Ausfällen verloren“, so Strahm selbstkritisch. Ob der Torhüter am Sonntag zum Einsatz kommt, hängt von seinen Trainingsleistungen in dieser Woche ab. Brodard wird ad interim durch den Assistentstrainer Gerhard Bracher ersetzt.

Bei den Oberwil Rebells bleibt die Ausgangslage für das Heimspiel am Sonntag unverändert. Der Schweizer Meister steht noch immer mit einer weissen Weste da. Fabian Hofstetters Truppe hat noch keinen Punkt abgegeben und dominiert die Liga. Im letzten Meisterschaftsspiel zeigten die Zuger anfänglich jedoch ungewohnte Schwächen. Von Wohlstandsverwahrlosung will Patrick Döbeli jedoch nicht sprechen: „Gewiss dürfen wir mit dem ersten Drittel gegen Bettlach nicht zufrieden sein. Die Winterpause kommt immer näher und die Vorrunde war lang. Dass man da langsam den Fokus ein wenig verliert, ist menschlich.“ Von den Bulldozers erwartet er dieselbe Taktik wie beim letzten Duell. „Kernenried wird die Räume hinten eng machen und auf Konter spielen. Wir können nicht erwarten, dass sie viel zum Spiel beitragen werden“, so Döbeli. Für den Oberwiler Nationalspieler ist dies kein Grund zum Zurücklehnen. Er will mit seinem Team am Spielsystem arbeiten. „Bei uns hat jedes Teammitglied noch Verbesserungspotential. Gerade bei den Laufwegen in der offensiven Zone haben wir noch Luft nach oben“, so der Zuger Center.
Trotz der unterschiedlichen Kräfteverhältnissen haben die beiden Kontrahenten viel gemeinsam. Beide Klubs engagieren sich intensiv für den eigenen Nachwuchs. Auch am Sonntag werden für beide Farben wieder Junioren im Einsatz stehen.

NLA: Sonntag, 29. November, Oberwil Rebells - SHC Bulldozers Kernenried, 14:00 Uhr, Herti Nord.
 

Autor Oli Marty

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