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Gelingt Belp das scheinbar Unmögliche?


Fr, 28.04.2017

Am Samstag erhalten die Rebells die erste Gelegenheit, den Schweizer Meistertitel auswärts zu verteidigen. Belp wird alles daransetzen, dies zu verhindern. Reicht das?

Mit grossen Schritten schreiten die Oberwil Rebells ihrem nächsten Titel entgegen. Diesen Samstag hat die Mannschaft von Trainer Tibor Kapanek die Erfolgsaussicht, zum 11. Mal in der Klubgeschichte Schweizer Meister zu werden. Die Chancen stehen so gut wie bereits lange nicht mehr. Der Endspielgegner Belp qualifizierte sich leicht überraschend für den Playoff-Final. Das junge Team von Ronny Strähler steckt mitten im Umbruch. Viele routinierte Stammspieler haben den Klub verlassen. In die Bresche sprangen junge Hoffnungsträger, die noch kaum Erfahrung in der obersten Liga hatten. Gegen Grenchen zeigten die Berner viel Charakter und drehten eine verlorengeglaubte Serie im letzten Moment. «Respekt vor dieser Topleistung», lobt Raphael Melliger, «damit haben nach dem ersten Spiel nicht mehr viele gerechnet. Strähler hat taktisch unglaublich viel aus seiner Mannschaft herausgeholt.» Der Nationalstürmer wird Belp auch im zweiten Aufeinandertreffen im Final nicht unterschätzen. Belp ist dafür bekannt, nie aufzugeben. Das werden sie mit Bestimmtheit auch in diesem Endspiel nicht. Dennoch ist der Oberwiler überzeugt, dass die Serie dieses Wochenende endet. «Zurzeit verfügen wir über ein sehr breites Kader. Wir haben uns gut auf Belp abgestimmt und zeigten eine überzeugende Vorstellung vor dem eigenen Anhang», so Melliger.

Alle Direktduelle in der Qualifikation entschied der Serienmeister aus Zug jeweils für sich. Auswärts bekundete Oberwil tendenziell mehr Mühe mit dem Gegner. Das erste Spiel im Gürbetal gewannen die Zuger lediglich 2:4. Danach wurden alle Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten mit mehr als fünf Toren zu Gunsten der Rebells entschieden. Die Favoritenrolle ist somit nach dem 9:1-Auftaktsieg noch eindeutiger dem Titelverteidiger zuzuschreiben. Ein weiterer Trumpf der Innerschweizer ist die Verpflichtung des US-Amerikaners Jordan Senecal. Der junge US-Nationalspieler kam bereits am letzten World Cup zum Einsatz, wo er zum Topskorer avancierte. Ihn hatten die Belper nicht auf der Rechnung. Zuviel Raum wurde dem flinken Stürmer gewährt, so dass er drei Tore für seine Farben erzielen konnte. Senecal lieferte offensives Spektakel. Für Melliger machte die Mannschaft den Unterschied: «Kapanek hat uns gut auf Belp vorbereitet. Wir waren uns bewusst, dass sie sich zurückziehen werden. Daher haben wir die Bälle bereits im Training hinter die Verteidigung gespielt.»

In den Reihen der Belper hatte sich Sandro Wittwer unglücklich am Fuss verletzt. Der wuchtige Powerstürmer wird das zweite Spiel wohl nicht mehr bestreiten können. «Der Kanadier im Team von Belp, Stephen Alvo, hatte mich im Abendspiel anfangs März überzeugt. Er agierte mit einer äusserst aufsässigen Spielweise, im Final blieb er bisher blass», analysiert Melliger die Aufstellung des Gegners. Belp braucht womöglich ein kleines Wunder, um nochmals in die Serie zurückzukehren. Daran arbeitet nun Taktikfuchs Strähler.

Fahren die Rebells am Samstag einen weiteren Sieg ein, feiert der Klub im Anschluss an das Spiel im neueröffneten Rigiblick in Oberwil den Pokalsieg. Ein allfälliges Entscheidungsspiel wird am Samstag, 6. Mai um 14:00 Uhr in Zug angepfiffen.

NLA, Playoff: Samstag, 29. April, SHC Belpa 1107 – Oberwil Rebells, 14:00 Uhr, Giessenbad Belp.

Autor Oli Marty

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