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Ein Schweizermeister in Nöten


Mo, 29.05.2006

Anlässlich einer Pressekonferenz informierten die Oberwil Rebells heute über den Stand der Dinge betreffend des Spiel- und Trainingsbetriebes auf dem Schulhausplatz in Oberwil.

Fakten zur Situation:
-die Oberwil Rebells führen die Trainings und die Heimspiele auf dem Schulhausplatz Oberwil durch
-der Betrieb ist gestützt auf die vom Zuger Stadtrat erteilte Bewilligung (10. Juli 01) und der Anpassung vom 26. April 05.
-gleichzeitig wies der Stadtrat die Einsprachen gegen diese Anpassungen ab. Worauf die Einsprechenden (Bauherr und Bewohner der neuen Siedlung Tellenmatt) beim Regierungsrat Verwaltungsbeschwerde einreichte
-der Regierungsrat heisst die Beschwerde (02. Mai 06) gut, womit sämtliche vom Stadtrat erteilten Bewilligungen aufgehoben werden. Pikantes und zufälliges Detail: der Entscheid des RR traf zwei Tage nach dem ersten Gewinn des Schweizer Meistertitels ein!
-die Oberwil Rebells stehen nun nicht nur bald ohne Spielfeld da, sondern müssen Verfahrens- und Entschädigungskosten zu einem Drittel mittragen
-gegen den Regierungsrats-Entscheid werden die Oberwil Rebells Verwaltungsgerichtbeschwerde erheben

Chronologie ? Streethockey auf dem Schulhausplatz Oberwil:
-organisiert Streethockey gespielt wird seit Ende der siebziger Jahre, Oberwiler Teams beteiligen sich an ?Quartiermeisterschaften? in der Region
-1987 wird der HC Oberwil gegründet und nimmt an der nationalen Meisterschaft in Turnierform teil
-1997 der HC Oberwil fusioniert mit dem Stadt-Zuger Verein Zug Cormorants und nimmt als Cormorants Zug-Oberwil 97 an der neuen und grösseren nationalen Meisterschaft teil, die Heimspiele werden in Zug und in Oberwil durchgeführt.
-2000 werden die Oberwil Rebells gegründet und starten in der 1. Liga in die Meisterschaft und mit einer Juniorenmannschaft in die Meisterschaft der A-Junioren
-2006 OR sind zum ersten mal NLA-Schweizermeister, verteidigen den Cuptitel und holen sich somit das Double. Nebst dem Fanionteam spielen drei Juniorenmannschaften eine 2. Mannschaft und ein Damenteam äusserst erfolgreich in der Meisterschaft mit. Diverse Aufstiege, mehrere Titel in den unteren Ligen und mehrere Juniorenmeistertitel zählen zudem zu den erreichten sportlichen Erfolgen in der Geschichte der Rebells

Ungewisse Zukunft der Rebells
Es sieht also nicht gut aus für den grössten Oberwiler Sportverein und es droht das Ende einer mehrere Jahrzehnte alten Streethockey-Tradition in Oberwil. Wird der Entscheid rechtskräftig, wird der Spiel- und Trainingsbetrieb stark beschränkt und schliesslich komplett blockiert. Das heisst, per sofort gälten die Bestimmungen nach dem Stadtrats-Entscheid vom Juli 2001, womit die Heimspiele nur noch am Samstagnachmittag durchgeführt werden können und die Trainings nur noch bis 20.00 Uhr erlaubt sind. Für die komplette Räumung, incl. baulicher Massnahmen wird eine Frist von zwei Jahren eingeräumt.

Alternative gesucht
Was oben erwähnte Einschnitte für den Verein bedeuten würden, liegt auf der Hand: Ein Ende auf Raten. Die Drähte laufen heiss, damit dieses Horrorszenario nicht wirklich eintreffen wird. Gegen den Regierungsratsentscheid wird Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. In erster Linie um Zeit zu gewinnen, dass das Urteil nicht sofort rechtskräftig wird und um auf die wenig verhältnismässigen Einschränkungen hinzuweisen. Die Suche nach Ausweichmöglichkeiten muss aber trotzdem sofort angegangen werden. Der Ball liegt nun bei der Stadt Zug, die als Anbieterin der Sportanlagen vom Regierungsrat im Angebot eingeschränkt wurde.

Initiative schafft keine Abhilfe
Wenn auch die Unterschriftensammlung für die Initiative Sportplatz Oberwil sehr gut läuft und bald eingereicht werden kann, die momentane Situation wäre nicht gelöst. Die Fristen wären längst abgelaufen, ehe die ersten Tore auf dem neuen Platz fallen würden.

Taktisches Vorgehen
Seit Bekanntgabe des besagten Entscheides jagen sich Sitzungen, Treffen und Verhandlungen. Die Führung der Rebells wird dabei tatkräftig unterstützt. Hand in Hand mit dem Initiativkomitee (Kantonsrat Ruedi Balsiger, Gemeinderätin Andrea Sidler Weiss und Gemeinderat Adrian Müller) und der Nachbarschaft Oberwil-Gimmen (NOG) mit Präsident Urs Kaufmann und Co-Präsidentin Vreni Speck-Nick suchen die Rebells nach einem Ausweg aus der beklemmenden Situation. Eine gemeinsame Gesprächsrunde mit allen Beteiligten (Oberwil Rebells, NOG, Stadtrat, und Beschwerdeführer), geleitet vom Kantonalen Vermittler für Konfliktsituationen, brachte keine neuen Erkenntnisse und änderte somit auch nichts.

Reaktionen erwünscht
Mit dem Gang an die Öffentlichkeit wurde bewusst zugewartet, um die Sachlage gründlich analysieren zu können. Nun ist es aber an der Zeit, dass der Verein sein Problem publik macht und die Bevölkerung darüber informiert. Reaktionen sind erwünscht und erhofft. Es gibt genügend Plattformen (Leserbriefe in den Zeitungen, Rebells-Talk und andere Foren, Stammtisch, Schule usw), um über dieses Thema zu debattieren und diskutieren. Allerdings möchte alles im gesitteten und sachlichen Rahmen bleiben. Über den weiteren Verlauf der Dinge wird zu gegebener Zeit informiert.

Autor Olivier Stemmle

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