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WM 07 in Ratingen


Di, 12.06.2007

Mit einem Dank an den Autor Peter Hofmann:

Schweiz - Portugal 2:2

Respekt verschafft!

Mit einer vorbildlich kämpferischen Leistung erzielte die Schweiz in ihrem ersten WM-Vorrundenspiel gegen Portugal ein beachtliches und verdientes 2:2 unentschieden.

Der Start in die WM 2007 ist geglückt! In einem von Spannung und Rasse geprägten Spiel knöpften die Schweizer dem WM-Dritten von Pittsburgh, Portugal, einen Punkt ab. Ein gerechtes Resultat, auch wenn beide Mannschaften über genügend Chancen verfügten, um den Siegtreffer zu setzen. Die Portugiesen überzeugten durch ihre läuferischen Fähigkeiten, während die Eidgenossen sich mit ihrer vorbildlich kämpferischen Leistung beim Gegner wie bei den Zuschauern hohen Respekt und Anerkennung verschafften.

Frühes Tor der Portugiesen
Das Spiel hatte kaum begonnen, als die Pico Boys eiskalt erwischt wurden: Ein gegnerischer Stürmer, der vor dem Tor von Weber sträflich vergessen wurde, hatte keine Mühe, den Ball im Tor zu versenken. Die Folge zeigte die grosse Stärke des aktuellen Schweizerteams: Musste man früher in einer solchen Situation ein Desaster befürchten, konnten die Schweizer dank ihrer mentalen Kraft dieses Negativerlebnis schnell wegstecken. Man wahrte Ruhe, vertraute auf das eigene Können und zog das eigene Spiel auf. Diese Bemühungen wurden nach vier Minuten mit dem Ausgleich von Nicolas Fuchs (Belpa) belohnt.

Schweiz in Führung
Das Spiel wog hin und her. Die Eidgenossen übernahmen mit ihrer kampfbetonten, aber absolut fairen Spielweise immer mehr das Spieldiktat. Ein verdeckt abgegebener Handgelenkschuss von Annen (Oberwil) konnte der portugisische Torhüter zu Beginn des zweiten Drittels nur ungenügend abwehren und der aufmerksam mitfolgende Reto Ramseier (Grenchen) versenkte den Abpraller mit einem Gewaltsschuss im Netzhimmel. In der Folge wurde der Ausbau der Führung verpasst, weil u.a. auch das Powerplay noch nicht die gewünschte Effizienz aufweist. Die Portugisen - durch den Rückstand etwas konsterniert ? konnten dadurch wieder ins Spiel zurück finden und erzielten in der Mitte des zweiten Drittels aus einer unübersichtlichen Situation heraus den Ausgleich. Das Schlussdrittel lebte von der Spannung. Beide Teams hatten ihre Chancen. Noch treffen die Schweizer Stürmer jedoch nicht wunschgerecht. Trotz der grossen Willensleistung der Mannschaft und dem überragenden Spiel von Torhüter Weber (Bonstetten) hätte sich dies rächen können.

Jetzt gegen Kanada
Am Montagnachmittag trifft die Schweiz auf Kanada, das mit einer überzeugenden Leistung im ersten Spiel Tschechien 6:2 besiegte.

Spielverlauf:
00:28 0:1
03:44 1:1 Fuchs (Mellinger)
18:43 1:2 Ramseiner (Beiersdörfer, Annen)
94:22 2:2

Mannschaftsaufstellung:
Weber; Fuchs, Kunz; Rindlisbacher, Ramseier; van Orsouw, Hediger; Tapparel, Muchagato; Melliger, Stuppan, R. Strähler; Stucki, Annen, Beiersdörfer; Zuber, Ruppen, Tschanz; Masserey, Hofmann, Bossard.


Schweiz - Kanada 1:6

Ehrenmeldung verdient!

Länderspiele gegen Kanada gehören zum Traum eines jeden Streethockeyspielers; in guter Erinnerung bleiben vor allem solche Begegnungen wie heute, wo die Ueberseer lange Zeit gefordert wurden, trotz der 1:6 (0:2; 1:3; 0:1) Niederlage.

Die Pico Boys starteten in dieses Spiel als gelte es ein Finalspiel zu gewinnen. Nicht nur mit einem aggressiven Forechecking, unheimlichem Kampfwillen, sondern auch mit gefährlichen Angriffen wurden den Kanadiern Widerstand geleistet. Nach knapp zwei Minuten tankte sich Beiersdörfer rechts durch und der kanadische Torhüter konnte nur noch in höchster Not vor dem heranstürmenden Stucki retten. Die Schweizer gerieten nach 3 Minuten unglücklich in Rückstand, als ein Weitschuss von vielen Beinen abgelenkt, den Weg ins Goal vom sonst sehr stark aufspielenden Sidler fand. Bis knapp vor Drittelsende konnten die Schweizer das abwechslungsreiche Spiel ausgeglichen halten. Für die Kanadier war es mehr als nur das gedachte Trainingsspiel, die aufsässige Gangart der Schweizer behagte ihnen gar nicht und sie wirkten unkonzentriert. Trotzdem konnten sie nach einem Abpraller auf 2:0 erhöhen.

Tor durch Beiersdörfer
Das zweite Drittel begannen die Schweizer nicht mehr mit so viel Elan und prompt fanden die Kanadier zu ihrem Spiel, spielten ihre Cleverness und Routine aus und skorten innerhalb von zwei Minuten zwei Mal. Die Eidgenossen rafften sich erstaunlicherweise wieder auf. Dank einem hartnäckigen und unwiderstehlichen Nachhaken eroberte sich Beiersdörfer den Ball in der gegnerischen Zone zurück und versenkte ihn zum viel umjubelten 3:1. Ein Tor in Unterzahl brach den Widerstand der Schweizer dann endgültig.

Tribut gezahlt für Einsatz
Im letzten Drittel verflachte das kräfteraubende Spiel der Schweizer etwas. Nicht nur wurden die Automatismen schwächer, sondern es wurde vermehrt das Glück auch in Einzelaktionen gesucht, anstatt die Stärke des Mannschaftsspiels ? gerade im Hinblick auf die nächsten Spiele - weiter zu pflegen.

Moral getankt
In den Spielen gegen Portugal und Kanada haben die Schweizer gezeigt, dass sie weitere Fortschritte erzielt haben. Wohl wurde heute den Eidgenossen ihre technischen Grenzen aufgezeigt, auch dass neben dem Kampf die Uebernahme der Spielgestaltung erforderlich ist, aber in Bezug auf Einsatz und Kampfwille sind die Pico Boys schon heute Weltmeister.

Zwei Spiele an einem Tag
Am Dienstagmorgen um 08:30 Uhr treffen die Schweizer auf die Tschechen und am Nachmittag gilt es sich gegen Griechenland oder Oesterreich für die Finalrunde im A-Pool zu qualifizieren. Kein einfacher Weg, aber machbar.

Spielverlauf:
03:32 0:1
14:04 0:2
16:20 0:3
18:37 0:4
19:33 1:4
29:25: 1:5
37:20 1:6

Mannschaftsaufstellung:
Sidler (ab 30. Min. Weber)Fuchs, Kunz; Rindlisbacher, Ramseier; van Orsouw, Hediger; Tapparel, Muchagato; Melliger, Stuppan, R. Strähler; Beiersdörfer, Stucki, Y. Strähler; Zuber, Ruppen, Tschanz; Masserey, Hofmann, Bossard.

Weitere Resultate:
Schweiz - Tschechien 2:5 (Tore CH: Strähler, Stucki)
Schweiz - Griechenland 5:2 (Tore CH: Melliger, 2x Strähler, Annen, Beiersdörfer)

Die Schweiz spielt morgen um 16:00 gegen Italien um den Halbfinaleinzug.

Autor Olivier Stemmle

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