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EC: Rebells verpassen den Coup erneut knapp


Mo, 10.09.2007

Der Schweizermeister und Cupsieger Oberwil hält mit der europäischen Konkurrenz mit. Die verdiente erste Medaille für ein Schweizer Team blieb den Rebells jedoch erneut verwehrt.

Die Oberwil Rebells haben sich auch auf internationalem Parkett etabliert. Mit einer starken Leistung am dreitägigen Europacup im slowakischen Martin bestätigen sie den guten vierten Rang vom Vorjahr. Nicht nur die abschliessende Rangierung, auch der Turnierverlauf war für die Rebells eine Wiederholung vom Turnier in Sierre. Sie standen als Gruppensieger wiederum direkt in den Halbfinals, gingen bei der Medaillenvergabe aber erneut leer aus.

Historisches 5:0
?Mit dieser Leistung haben wir uns bei den Tschechen und Slowaken Respekt verschafft.? Dean Stuppan spricht den jahrelangen Rückstand des Schweizer Streethockeys im internationalen Vergleich und die Dominanz der Osteuropäer an. Es war Samstagnachmittag und die Zuger haben sich nach der 1:4 Niederlage gegen den tschechischen Cupsieger Opava mit einem 5:0 Sieg über Bratislava rehabilitiert. Die Slowakische Hauptstadt stellt den derzeit dominierenden Landesmeister. Eine derart deutliche Niederlage erlitt Bratislava während der ganzen letzten Saison nie. Dass in der slowakischen Meisterschaft über dreimal 15 Minuten (Europacup 2 x 15) gespielt wird, würdigt den historischen Oberwiler Sieg umso mehr. Für Tibor Kap?nek war es eine perfekte Leistung seiner Mannschaft. ?Jeder hat seine Aufgabe bestens bewältigt und die Fehlerquote war praktisch auf dem Nullpunkt?, lobte der zum besten Verteidiger prämierte Oberwiler Teamleader. Dass eine Schweizer Mannschaft, ein europäisches Eliteteam derart deklassiert, ist ein Novum und lässt für die Zukunft hoffen.

Rebells mental auf der Höhe
Im dritten Gruppenspiel gegen ?irafa ?ilina, slowakischer Cupsieger, gerieten die Rebells arg in Bedrängnis. Zur Pause mit 0:2 im Rückstand, offenbarten sie diverse Mängel und kassierten das zweite Tor sogar in Überzahl. Die Oberwiler hatten aber die nötige Moral und zeigten mentale Stärke. Mit zwei Powerplaytoren glichen sie das Spiel aus und in der letzten Minute fiel die Entscheidung zum 3:2. Patric Beiersdörfer luchste dem Gegner auf der Mittellinie den Ball ab und zog alleine davon. Eiskalt liess er auch dem Torwart der Giraffen aus ?ilina keine Chance und löste ein Begeisterungssturm auch bei den einheimischen Zuschauern aus. Dieser Sieg sicherte nicht nur den Gruppensieg, er trug auch viel Lob der anderen Teams ein.

Pech im Halbfinal
Weniger erfolgreich gestalteten die Zentralschweizer die Finalspiele am Sonntag. Über Umwege konnte sich auch Bratislava für den Halbfinal qualifizieren und stand erneut den Rebells gegenüber. Wieder egalisierte der keck auftretende Schweizer Aussenseiter einen 0:2 Rückstand. Die komplette Wende blieb den Rebells allerdings verwehrt, in der Overtime fiel das matchentscheidende Tor zum 2:3. Im Spiel um Platz drei ging den Zugern zusehends die Luft aus. Mit dem frühen Rückstand in der ersten Minute wurden sie kalt geduscht und als sie selbst durch Dean Stuppan endlich zum Torerfolg kamen, stand es bereits 1:2. Die Revanche gegen den Gastgeber und Titelverteidiger Martin gelang nicht. Die Slowaken standen den Rebells schon in Sierre vor der Sonne, als sie in den Schlussminuten des Halbfinals das Resultat drehten und die Zuger Träume beendeten.

Positive Schweizer Bilanz
Die Enttäuschung über die verpasste Medaille sass tief in den Reihen der Rebells. Trotzdem haben sie den Schweizer Streethockeysport mit grosser Würde vertreten und werden bei einer weiteren Teilnahme zu den Geheimfavoriten gehören. Erst recht, wenn die Rebells ein anderes mal wieder komplett antreten könnten. Der andere Schweizer Teilnehmer Bonstetten-Wettswil konnte zwar keine Siege einfahren und musste für die mangelnde Erfahrung auf Grossfeld Tribut zollen , doch auch sie haben sich gut verkauft. Kanterniederlagen hielten sich in Grenzen, im Gegenteil wahrten sie die Chancen auf den ersten europäischen Punktgewinn manchmal bis in die Schlussphase. Alles in allem gibt es aus Schweizer Sicht fast nur positives zu berichten, zudem sich die beiden rivalisierenden Schweizer Vertreter auf der gemeinsamen insgesamt über 30-stündigen Reise noch besser kennen gelernt haben.

Gruppenspiele:
SHC Opava ? Oberwil Rebells 4:1 (2:0)
Tor Rebells: R. Melliger

Oberwil Rebells ? RBK Ruzinov Bratislava 5:0 (4:0)
Tore: R. Melliger, Kap?nek, Beiersdörfer, 2x Kosik, R. Sidler

Oberwil Rebells ? HBC ?irafa ?ilina 3:2 (0:2)
Tore: Beiersdörfer, Kosik, Beiersdörfer

Halbfinal:
Oberwil Rebells - RBK Ruzinov Bratislava 2:3 n.V. (2:1)
Tore: Kosik, Kap?nek

Kleiner Final:
SHB Izoglobal Martin ? Oberwil Rebells 2:1 (2:0)
Tor: Stuppan

Final:
HABE?OVNA Kladno - RBK Ruzinov Bratislava 3:2

Aufstellung Rebells: Stephan Sidler/ Pascal Melliger; Tibor Kap?nek, Roger Sidler, Raphael Melliger, Tibor Kosik, Patrick Trütsch; Peter Vechet, Nick van Orsouw, Mathias Häni, Patric Beiersdörfer, Dean Stuppan; Ilyas Demiriz, Christoph Stocker, Goran Nisevic, Oliver Marty, Pascal Weingartner

Bemerkung: Rebells ohne Thomas Bossard, Marco Bütler, Patrick Wismer, Mathias Beiersdörfer, Patrik Annen, Patrik Merz und Patrick Döbeli.

Autor Olivier Stemmle

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