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Rebells werden ausquartiert


So, 28.10.2007

Ein Abschied auf Raten
Die Oberwil Rebells gewinnen und gewinnen. Die erste Mannschaft hat den Cup- sowie den Meistertitel verteidigt und auch in der noch jungen Saison bereits wieder alles gewonnen. Auch die anderen sieben Teams vermelden Erfolge. Sportlich ist alles im Lot, trotzdem herrscht aber Not: Bald ist ausgespielt. Streethockey auf dem Schulhausplatz in Oberwil ist nicht zonenkonform. Die Daten 20. Januar 2008 und 20. Oktober 2009 werden in negativer Hinsicht einen Platz in der Chronik der Rebells erhalten. Das Verwaltungsgericht hat entschieden: Die Beschwerde der Oberwil Rebells ist abgewiesen. Einzig bliebe noch der Gang vors Bundesgericht.

Die Fakten nochmals der Reihe nach:
Nachbarn der nebenan des Schulhausplatzes neu erbauten Siedlung und deren Bauherrschaft reichen bei der Stadt Zug eine Beschwerde gegen die Bewilligung des Trainings- und Spielbetriebes der Oberwil Rebells ein. Die Beschwerde wurde abgewiesen, worauf sie an den Regierungsrat des Kantons Zug gelangte. Anfangs Mai 2006 entschied der Regierungsrat und hiess die Beschwerde gut. Um Zeit und Rat zu gewinnen, reichten nun die Oberwil Rebells ihrerseits eine Beschwerde gegen dieses Urteil ein. Das Verwaltungsgericht des Kantons Zug hatte darüber zu befinden. Am 20. September 2007 ist der Entscheid gefallen. Die Beschwerde der Oberwil Rebells wird abgewiesen und der Regierungsratsentscheid demnach gestützt. Als weiteres Rechtsmittel bleibt den Rebells nur noch den Weiterzug der Beschwerde vor die letzte Instanz: Das Bundesgericht in Lausanne.

Folgen für die Rebells
Die Rechtsmittelfrist läuft demnächst ab. Auf den Gang vors Bundesgericht wird verzichtet. Dies würde nur wenig Zeitgewinn einbringen und hohe Kosten verursachen. Womit die die Fristen zu laufen beginnen. Ab dem 20. Januar 2008 wird der Trainings- und Spielbetrieb auf dem Schulhausplatz drastisch eingeschränkt. Spiele dürfen nur noch samstags ausgetragen werden und die Trainings unter der Woche müssen ab 20 Uhr eingestellt werden. Ausnahmebewilligungen dürfen keine erteilt werden. Ab dem 20. Oktober 2009 wird auf dem Schulhausplatz nicht mehr Streethockey gespielt gespielt.

Fall Würenlos
Der bekannte Fall um den Betrieb des Fussballplatzes in Würenlos, als das Bundesgericht die vorinstanzlichen Entscheide widerlegte und den Betrieb der Anlage gut hiess, hat im Fall Oberwils keinen Einfluss. Grund ist der Zonenplan. Der Sportplatz in Würenlos ist in einer anderen Empfindlichkeitsstufe als jener in Oberwil. Darum ist ein Weiterzug der Beschwerde vors Bundesgericht aussichtslos.

Wie weiter?
Vieles (oder alles) hängt davon ab, ob die Stadt Zug den Rebells einen neuen Platz für die ausfallenden Trainings und Wettkampfspiele zur Verfügung stellen kann. Eine Möglichkeit besteht im Hertiquartier, realistische Alternativen gibt es keine. Zwischen der Trainingseishalle und der Sporthalle wurde einst ein Platz für die Cormorants erstellt. Heute Bedarf dieser einiger Anpassungen und der Abnahme durch den Verband.
Einem positiven Baubewilligungsverfahren, welches auch für ein Provisorium durchgeführt werden muss, sollte an diesem Standort nichts im Wege stehen.

Die Initiative
Das gute Abstimmungsresultat (75% Ja-Stimmen) der Initiative Sport- und Streethockeyplatz Oberwil hat auf die verschiedenen Urteile keinen Einfluss. Die Initiative verpflichtet die Stadt Zug, im geographischen Gebiet Oberwils einen Sport- und Streethockeyplatz zu erstellen. Die ganze Prozedur, eine solche Anlage zu verwirklichen, ist im Gang. Verhandlungen mit Landeigentümern laufen und eine Projektgruppe hat ein Nutzungskonzept erstellt. Die Auswahl möglicher Standorte beschränkt sich langsam und klar scheint die Erkenntnis, dass die Anlage aufgrund der Lärmemissionen in Form einer Halle erstellt werden wird. Klar ist auch, dass noch einige Jahre bis zur Umsetzung der Initiative vergehen werden.

Fazit
Die Oberwil Rebells werden spätestens ab dem 20. Oktober 2009 gänzlich aus Oberwil ausquartiert. Ohne einen Alternativplatz muss der Betrieb der Rebells drastisch eingeschränkt werden. Die Fortführung des erfolgreichen Vereinslebens würde gestört und letztlich ganz zum erliegen kommen. So oder so, es wird eine schwere Zeit auf die Rebells zukommen. Logistisch und organisatorisch werden mit zwei Betriebsorten schwere Aufgaben aufwarten. Es bleibt zu hoffen, dass es bloss eine Ausquartierung auf Zeit sein wird. Die Rebells wären aber nicht die Rebells, wenn sie es nicht auch mit dieser Herausforderung aufnehmen würden!

Es liegt auch an DIR, gemeinsam werden wir es schaffen!

Olivier Stemmle
Präsident

Autor Marco Röösli

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