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Als Favorit zur Premiere


Fr, 01.02.2008

Die Oberwil Rebells haben im CH-Cup viel zu verteidigen. Am Sonntag (14 Uhr) spielen sie erstmals im Exil in der Herti und treffen dabei auf den Kantonsnachbarn Bonstetten.

Wie immer, wenn Zuger und Zürcher aufeinander Treffen ist die Rivalität gross. Die beiden besten Streethockey-Adressen der Region verbindet allerdings auch nebst dem Konkurrenzkampf einiges. Das anstehende Kräftemessen im Cup ¼-Final ist eine weitere Folge im andauernden Duell zwischen dem Titelhalter Oberwil und Herausforderer Bonstetten.

Bonstetten im Aufwind
Der SHC Bonstetten-Wettswil erlebte einen ähnlich rasanten Aufstieg wie die Oberwil Rebells und zählt heute zu den sicheren Werten in der höchsten Liga. Die grossen Titelgewinne blieben den Zürchern bislang allerdings verwert und aufgrund gewisser Defizite in der Konstanz haben sie noch nicht ganz die Ebene der führenden Vereine wie Sierre, Oberwil oder Grenchen erklommen. Den etwas überraschenden Vizemeistertitel von letzter Saison bestätigte Bonstetten-Wettswil mit  Punktegewinnen gegen das gesamte Spitzentrio, mitunter die 4:1 Revanche für die Niederlagen im letzten Playoff-Final gegen Oberwil.

Säuliamtler Sportsaward
Bonstettens Torschützenleader Sven Bürki war mit zwei Treffern einer der Hauptbeteiligten an diesem prestigeträchtigen Sieg. „Wir sind noch nicht quitt, darum werden wir genauso motiviert antreten, wie beim Heimsieg“, offenbart Bürki, dass die Finalniederlagen in Bonstetten noch nicht ganz verdaut sind. Im ständigen für eine Randsportart üblichen Kampf um Kenntnisnahme in der Öffentlichkeit haben die Bonstetter kürzlich einen Erfolg gefeiert. Sie räumten an der ersten Durchführung der Säuliämtler Sports Award in der Kategorie Mannschaften ab.  Für Bürki, der beim SHC BW ebenfalls als Präsident amtet, eine grosse Genugtuung: “Es ist eine grosse Anerkennung für unseren Fleiss der letzten Jahren. Und dass die Bevölkerung davon Notiz nimmt, ist gut für die Sportart Streethockey, nicht nur für unseren Verein.“

Cupmacht Oberwil
In der Meisterschaft haben die Rebells ihre Vorherrschaft zumindest vorübergehend an Sierre verloren, daran konnte auch der jüngste Sieg nichts ändern. Anders im Schweizer Cup, da sind die Rebells mittlerweile seit Wiedereinführung vor dreieinhalben Jahren ungeschlagen und stemmten die Trophäe jeweils am Ostersamstag in die Höhe. Dieser Termin ist schon fast zum fixen Event im Kalender Oberwils geworden und zumindest die Fangemeinschaft bereitet bereits die Planung für das vierte Endspiel in Folge vor. Wieder an Ostern findet der Cupfinal dieses Jahr in Lenzburg statt.

Auch Melliger out
Das Ziel ist definiert und Bonstetten soll bloss eine Station auf dem Weg dahin sein. „Einfach wird’s nicht. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir uns mit einer geschlossenen und disziplinierten Teamleistung für die Halbfinals qualifizieren können,“ sagt Patric Beiersdörfer mit Überzeugung. Der hochtalentierte 20-jährige Nati-Stürmer wird unter anderen im Mittelpunkt stehen, wenn Bonstetten gegen die Oberwiler Cup-Dominanz zum Angriff bläst. Die Verletzungshexe drehte über Oberwil ihre Runden. Nach dem Ausfall van Orsouws müssen die Rebells auf einen weiteren international erfahrenen Spieler verzichten. Raphael Melliger wird nach einem im Training erlittenen Knochenbruch am Fuss ebenfalls für längere Zeit pausieren müssen.

Neues Feld als Handicap
Beiersdörfer ist sich seiner Verantwortung gegenüber dem Team bewusst und hat sich für den Sonntag viel vorgenommen. „Ich werde das Team wo immer Möglich unterstützen“, gibt Beiersdörfer nüchtern Auskunft und manifestiert mit dem nötigen Selbstvertrauen: „Ich werde versuchen, uns frühestmöglich in Führung zu schiessen, damit wir uns ein Polster erschaffen können und danach hoffentlich nichts mehr anbrennen lassen“. Es ist für das Oberwiler Fanionteam das erste Spiel, das auf dem neuen Feld im Asyl in der Herti austragen wird. Dem Heimvorteil ist somit nicht die übliche Bedeutung beizumessen. „Wir werden eine gewisse Anpassungszeit benötigen“, prognostiziert Oberwils Angreifer Patrik Annen, der vor Jahren auch schon im Dress Bonstettens aufspielte. Ein allfälliges Scheitern will der in Obfelden wohnhafte Annen jedoch schon im Voraus nicht auf das Feld reduzieren: „Bei feuchter Witterung ist die rutschige Unterlage in der Herti kein Vorteil für Techniker. Wir haben aber sehr gut darauf trainiert und die gewonnene Breite im Vergleich zum Platz in Oberwil, müssen wir zu unserem Vorteil machen.“ Ob in Oberwil, in der Schachener Arena Bonstettens oder nun in der Zuger Herti: Klarer Favorit bleiben die Rebells.

Die Cup 1/4-Finals:
Oberwil Rebells (NLA) – Bonstetten-Wettswil (NLA) (So, 14 Uhr, Herti Zug)
Ins (1. Liga) – Martigny (NLA)
Kernenried (NLA) – Bettlach (NLA)
Kernenried II (1.Liga) – Sierre (NLA)

Autor Olivier Stemmle

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