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Mission Titelverteidigung


Do, 27.03.2008



Nach fast vierjähriger Vormachtstellung im Cup entthront, wollen sich die
Rebells in den Playoffs rehabilitieren. Gegner in den Viertelfinals (Sa 14 Uhr, Oberwil) ist der
mit vielen Emotionen verbundene SHC Martigny.

Das Unheil im Cupfinal kam mit den zahlreichen Strafen. Sie seien zu wenig
clever in die Zweikämpfe gestiegen, ärgerte sich Raphael Melliger nach
Spielschluss über die Niederlage. Einige Tage und Trainings später ist man
im Oberwiler Lager daran, die Enttäuschung zu verdauen und richtet den Fokus
auf das nächste grosse Ziel. Der Sturz vom Thron des Schweizer Cups soll
mithelfen, zurück zum Erfolg zu finden. „Wir müssen als Mannschaft
zusammenrücken. Wieder mehr miteinander sprechen, zum Beispiel uns zwischen
den Einsätzen gegenseitig wieder aufbauen und motivieren.“ Das fehle gerade
dann, wenn es nicht gut laufe, Melliger analysiert die schwierige Situation
mit aufrichtiger Kritik.

Eine Gratwanderung
Martigny ist nicht Sierre, trotzdem werden sich die Rebells in einigen
Bereichen erheblich steigern müssen. Eine starke und effiziente
Powerplay-Formation ist auch die Stärke der Unterwalliser, dieser sollte
nicht zu viele Entfaltungsmöglichkeiten geboten werden. Schon aufgrund der
Vergangenheit schüren Duelle zwischen Oberwil und Martigny die Emotionen.
Die Viertelfinalserie wird für die Beteiligten zur Gratwanderung und es ist
wahrscheinlich, dass sie stark durch das disziplinarische Verhalten
beeinflusst wird. Dass Oberwil auf dem Papier der haushohe Favorit ist,
rückt damit vorerst in den Hintergrund.

Personelle Sorgen Oberwils
Um auch dieses Jahr die Playoffs bis zum letzten Akt aktiv miterleben zu
können, wird eine Oberwiler Mannschaft in guter Form und möglichst in
Bestbesetzung nötig sein. Ein wenig entspannt sich die Personalsituation der
Rebells, Entwarnung bedeutet dies allerdings noch nicht. Verteidiger Nick
van Orsouw wird erst nächste Saison wieder Einsatzfähig sein, mit Marco
Bütler und Mathias Beiersdörfer sind zwei weitere Defensiv-Stützen gesperrt.
Die EVZ-Leihgabe Björn Christen wird das Team erst auswärts in Martigny
wieder verstärken. Mit Mathias Häni und Raphael Melliger sind dafür zwei
Leaderfiguren zurück in der Mannschaft. Melliger gab sein Comeback bereits
in Lenzburg beim Cupfinal, ist aber noch um einiges von seiner Bestform
entfernt. „Von Training zu Training gewinne ich an Schnellkraft, Kondition
usw. Mir fehlt einfach noch Spielpraxis,“ gibt sich der Internationale
zuversichtlich.

Häni ist zurück
Wie alle anderen im Umfeld der Oberwil Rebells freut sich Melliger auf die
Rückkehr von Altstar Mathias Häni. Die durch seinen längeren
Auslandaufenthalt entstandene Lücke konnte der Meister nie wirklich
kompensieren. Natürlich fehlt auch ihm Spielpraxis, doch alleine schon seine
Präsenz wird der Mannschaft Sicherheit und Auftrieb verleihen. Überwiegt
nach der Entmachtung im Cup die Wut im Bauch, so ist das Saisonende noch in
weiter Ferne. Ist den erfolgsverwöhnten Rebells-Spielern weiterhin eine
Übersättigung anzumerken, wird der dritte Meistertitel in Serie zum frommen
Wunsch verkümmern. Wie erfolgreich Oberwil die Mission Titelverteidigung
starten wird, hängt nicht zuletzt von der Einstellung jedes einzelnen ab.
Gerade in dieser Hinsicht ist die Wiedereingliederung Hänis von
missionarischer Bedeutung!

 

 

Autor Olivier Stemmle

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