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Rebells an der Wand


Fr, 11.04.2008

 

Die Oberwil Rebells haben sich in eine unangenehme Lage manövriert und stehen heute vor dem dritten Playoff-Spiel gegen Martigny unter Druck.

 

Erst vor zwei Wochen spielten die Rebells komplett überlegen den SHC Martigny mit 21:4 an die Wand, der Einzug in die Playoff-Halbfinals war nur noch Formsache. Doch der Schein trügt und der Rückschlag folgte auf dem Fuss. 3:6 lautete das Verdikt auf Walliser Boden und nun vor dem alles entscheidenden dritten Spiel stehen die Oberwiler selbst mit dem Rücken zur Wand.

 

Emotionaler Höllenritt

Eine ungewohnte Situation für die erfolgsverwöhnten Rebells, die seit ihrer ersten Meistersaison vor zwei Jahren erstmals wieder ein Playoff-Spiel verloren haben. Unlängst die bittere Niederlage im Cupfinal gegen die Sierre Lions und nun droht die nächste Schmach. Überhaupt schon an den Kantersieg vor zwei Wochen zu denken, wäre total vermessen. Vielmehr ist mit einem bis in die Fingerspitzen motivierten Gegner zu rechnen. Ein emotionaler Höllenritt und eine geballte Ladung an Provokationen werden die Rebells über sich ergehen lassen müssen. Und die Gäste werden diesmal kaum mehr solch dümmliche Strafen kassieren wie damals im Cup-Halbfinal, als das Geschehen fast zu einer Schlacht ausartete.

 

Angekratzter Stolz

Unbestritten haben die Zuger die Mittel und vor allem die Erfahrung, um sich einer derartigen Bewährungsprobe mit erhobenem Haupt zu stellen. Alleine die spielerischen Möglichkeiten müssten genügen, um das Hoch der Martinacher schnell wieder zu beenden. Und aus dem angekratzten Stolz ist genügend Kampfeswille zu schöpfen. „Wir haben ein gemeinsames Ziel vor Augen,“ macht Spielertrainer Tibor Kapànek klar, dass es heute nicht das letzte Heimspiel der Saison bleiben sollte.  Favorit ist und bleibt der Meister, erst recht in Betrachtung des Heimrechts. Genau darin könnte allerdings der Stolperstein liegen. Oberwil muss und Martigny darf gewinnen.

 

Respekt, aber keine Angst

Diese Voraussetzung macht die Angelegenheit natürlich zur Kopfsache und der mentale Zustand nimmt enormen Einfluss auf das Spielgeschehen. „Wir haben grossen Respekt, jedoch keine Angst,“ umschreibt Kapànek die Gefühlslage vor der wichtigen Aufgabe im Oberwiler Team. Keine Expedition ins Moutataler Höllloch und kein Besuch im Luzerner Imax-Kino wie andere Sportmannschaften oft auf unkonventionelle Mittel zurückgreifen, die Vorbereitung der Rebells lief im gewohnten Rahmen ab. „Einfach auf unser eigenes Spiel konzentrieren“, lautet Kapàneks Rezept, vor allem aber gibt er seinen Mitspieler vor, die Disziplin hoch zu halten. Ob der Meister auch der Meister dieses Momentes ist, darüber werde die psychische Verfassung Aufschluss geben, sagt Kapànek und fügt mit Zuversicht an: „Oberwil hat mehr Qualität als Martigny.“

 

Rebells in der Verantwortung

Ein verfrühtes Saisonende wäre überraschend und eine schmerzhafte Schmach, für den zweifachen Gewinner des Doubles schon fast ein sportliches Debakel. Nicht zuletzt hinsichtlich der Platz-Problematik ist es von Vorteil, wenn die Rebells noch einige Wochen im Gespräch bleiben. Was wiederum förderlich für die Vorantreibung der laufenden Projekte ist. Die Spieler des Oberwiler Fanionteams stehen in der Verantwortung, aus verschiedenen Perspektiven.

 

NLA, Playoff ¼-Final (best-of-three, Stand 1:1):

Oberwil Rebells – SHC Martigny (Sa 14 Uhr, Schulhausplatz Oberwil)

Autor Olivier Stemmle

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