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Schweiz muss über Bücher!


Do, 25.06.2009

Im Vorfeld der diesjährigen WM gaben sich Spieler und Verantwortliche optimistisch. Sie hofften auf die

Bestätigung des sechsten Platzes der letzten WM, auch wenn in Tschechien die Trauben hoch hingen. Die WM in Böhmen wurde für die Eidgenossen aber zur grossen Enttäuschung: Abstieg in die Leistungsgruppe B. Ein Nährboden für die Besserwisser zu Hause!

In intensiven Trainingsweekends bereiteten sich die Spieler im Emmental, Jura und in Flims auf ihre Aufgabe in Pilsen vor. Dabei galt es vor allem, sich als Team zu finden, denn gegenüber der letzten WM  mussten 12 Spieler ersetzt werden, teilweise bedingt durch Verletzungen in letzter Minute. 

Punkte kämen Sensation gleich

Das Startspiel gegen den späteren Weltmeister Tschechien (0:5) konnten die Spieler von Nati-Trainer Pico über lange Zeit offen halten. Die Mannschaft überzeugte trotz der Nieder-lage mit einer konsequenten Defensivleistung, Kampfwille und Lauffreudigkeit. Bereits in dieser Partie wurden jedoch Mängel des Schweizer Spiels offensichtlich: Das Vordringen in die gegnerische Zone und Torschüsse gelangen nur vereinzelt. In den weiteren Vorrunden-spielen gegen die Slowakei (0:5) und Indien (0:6) -  mit USA die weiteren Halbfinalteams – kamen zu den bekannten Feststellungen noch mangelndes Selbstvertrauen, zu hoher Respekt und nachlassender Kampfwille dazu. 

USA ersetzt die Schweiz

Mit der Niederlage im Barragespiel gegen die USA, bestplatziertes Team aus dem B-Pool, war der Abstieg besiegelt. Auch wenn die Amerikaner dem Walliser Samuel Muchagato den ersten Torerfolg an dieser WM ermöglichten, dominierten sie die Schweizer. Ihr Sieg war nicht unverdient, den Schweizern gelang es nicht, das Spieldiktat in die Hände zu nehmen und die Amis in die Defensive zu drängen. 

Kurzes Aufbäumen

Wer hoffte, die Schweizer würden nach dem ersten Sieg in Pilsen gegen die mit kanadischen Doppelbürgern zusammengesetzte Mannschaft aus Cayman Islands auf die Siegerstrasse zurückkehren, wurde bitter enttäuscht. Das Spiel um den Einzug ins Finale des B-Pools ging gegen die Österreicher mit 6:3 verloren, obwohl die Torschuss-Statistik mit 47:16 zugunsten der Schweizer lautete. Aber eben, wer die Torchancen nicht verwertet, muss sich über die Effizienz des Gegners nicht beklagen. Fazit: Die Eidgenossen scheinen in Pilsen das falsche Zielwasser getrunken zu haben. Das abschliessende Platzierungsspiel gegen Hong Kong (Sieg mit 14:1) ging nie über den Charakter eines Trainingsspiel hinaus. Die Schweizer konnten sich wenigsten im ersten Drittel den Frust von der Seele spielen, erzielten sie doch acht schön heraus gespielte Tore.

Nebst den Oberwiler Torschützen in Pilsen Thomas Bossard, Patric Beiersdörfer, Marc Sonderegger, Severin Meier und Yves Stucki kamen auch Stefan Sidler und Raphael Melliger von den Rebells zum Einsatz. 

Streethockey am Scheideweg?!

Die Vorstellung der Schweizer in Pilsen wirft viele Fragen auf, die es in unmittelbarer Zukunft zu beantworten gilt, so z.B. Will man in unserem Land Streethockey als Breiten(Freizeit-)sport oder als Leistungssport betreiben unf fördern? Weshalb konnten die Leistungsträger in Tschechien keine Akzente setzen? Wo beginnt und endet die Leistungsbereitschaft und Kampfwille der Spieler? Die Schweizer Spieler verfügen wohl über eine solide Kondition, wie kann man aber ihre mentale und körperliche Wendigkeit fördern und steigern?

Nebst all diesen und weiteren Fragen gilt es aber auch die Anregungen ausländischer Beobachter ernst zu nahmen, die der Schweiz eine möglichst schnelle Umstellung auf das Grossfeld und das 5:5 Spielsystem empfehlen, andernfalls die Distanz zu ihren Gegnern noch grösser werde. Überlegungen, die nicht nur finanzielle Konsequenzen, sondern auch im sportlich Bereich tiefgreifende Aenderungen mit sich bringen würden, im positiven wie im negativen Sinn..

Ein indischer Stürmer bringt die Schweizer Spieler mit
Torhüter Sidler (Oberwil Rebells) in Bedrängnis.

Bericht von Peter Hofmann

 

 

Autor Marco Röösli

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