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Bericht 1. Pilsen Cup 2010


Di, 09.02.2010

Auf höchstem Niveau mitgehalten

 

Damit die Mannschaft am Samstag ausgeruht und voller Kräfte zu Werke gehen konnte, reiste das Team bereits am Freitag in das tschechische Pilsen ab. Die Oberwil Rebells reisten mit 14 Feldspielern und 2 Torhütern an den Pilsen Cup an. Als Verstärkungen gesellten sich die Vechet-Brüder hinzu, Petr Vechet welcher schon bei zahlreichen Europacupteilnahmen im Kader der Zuger figurierte und sein Bruder, Miro, der am letzten Europacup schon sein Können im Dress der Belper präsentierte. Das Turnier war wie eine Art Entschädigung für den diesjährig ausgefallenen Europacup. Gespickt war es mit hochkarätigen Mannschaften aus Tschechien und der Slowakei.

 

Kurze Angewöhnungszeit gegen slowakischen Meister

Da die Oberwiler in der heimischen Meisterschaft auf deutlich kleineren Feldern antreten und 4 gegen 4 Feldspieler spielen, brauchten sie trotz zahlreichen international erfahrenen Spielern eine gewisse Angewöhnungszeit an das neue Spielsystem. So verwunderte es denn auch nicht, dass die Zuger bereits in der 2. Minute im Hintertreffen lagen. Doch schon wenige Minuten später glich Raphi Melliger mit einem satten Weitschuss aus. Der neuerliche Rückstand in der 13. Minute hatte ebenfalls nicht lange Bestand. Altstar Matthias Häni versenkte den Ball nach einem Abpraller des Torhüters von Bratislava im Gehäuse. Obwohl die Zuger in der Folge weitere gute Chancen erarbeiteten, vermochten sie nicht in Führung zu gehen. Wiederum war es der amtierende slowakische Meister, welcher in der 30. Minute jubeln konnte, jedoch nicht für lange. Dieses Mal war es Nick van Orsouw, der an vorderster Front den Torhüter mit einem Kunstschuss bezwang. Zu mehr als dem Unentschieden reichte es den Zugern allerdings nicht mehr. Ein weiteres Mal wollte der Ball den Weg ins Gehäuse von Bratislava nicht finden. Schade war zudem, dass die Oberwiler nicht gegen ihren ehemaligen Coach Vilo Somolanyi spielen durften. Er wurde im ersten Spiel noch geschont.

 

Mit der läuferisch besten Mannschaft mitgehalten

Der zweite Gegner am Samstag war Kometa Vrutky, ebenfalls aus der Slowakei. Läuferisch waren sie wohl das beste Team des Turniers. Bald zeigte sich aber auch, dass sie sich charakterlich auf tiefem Niveau bewegen. So wurde versucht, Tibor Kapanek mittels berühmt berüchtigtem Trashtalk aus der Fassung zu bringen, was jedoch nicht gelang. Dennoch mussten die Zuger bereits nach fünf gespielten Minuten einem Rückstand hinterher rennen. Wie es das Schicksal so wollte, landete ein Prellball genau auf dem Stock eines Slowaken, der nur noch einzuschieben brauchte. Kurz vor Schluss gelang es aber Yves Stucki mit einem sehenswerten Slapshot im Powerplay auszugleichen. 13 Minuten vor dem Ende mussten die Oberwiler aber wieder einen Gegentreffer hinnehmen. Trotz der Schlussoffensive gelang kein Treffer mehr. Ein Punktgewinn wäre aber mehr als verdient gewesen.

 

Starker Auftritt gegen Kralove

Wollte man nicht auf den letzten Platz abgeschoben werden, musste gegen Kralove ein Sieg her. Im Wissen um die letzte Chance für eine gute Platzierung und der Bedeutung dieses Spiels, stellten sich die Rebellen auch entsprechend für das Spiel ein. Und genauso starteten sie auch. Von Anfang an ergriffen die Oberwiler die Initiative und kreierten im Minutentakt hochkarätige Chancen, während Kralove kaum in die Angriffszone kam. In der 10. Minute gelang Patrick Wismer mit einem Handgelenkschuss die 1:0 Führung. Keine zwei Minuten später erhöhte Miro Vechet mit einem Slapshot kurz nach der blauen Linie gar auf 2:0. Durch einen glücklichen Schuss von Petr Novak, dem MVP der letzten WM, kam Kralove kurz vor der Pause auf 1:2 heran. In der 30. Minute war es wiederum Patrick Wismer, der grosse Freiheiten beim Kurvendrehen genoss und den Schlussmann von Kralove zum zweiten Mal bezwang. Mit seinem Slapshot via Lattenunterkante zum 4:1 sicherte Raphi Melliger  seinem Team den Sieg vollends. Der Anschlusstreffer zum 2:4 war nur noch Resultatkosmetik.

 

Beinahe Punktgewinn gegen den Turniersieger

Mit einem Sieg über den Turnierfavoriten winkte der 2. Platz. Allerdings drohte bei einer Niederlage der Fall auf den 4. Platz. Trotz einigen Ermüdungserscheinungen gaben die Rebells nochmals vollen Einsatz. Dass dies überhaupt noch möglich war, ist Chrigi Emmenegger zu verdanken, der sowohl Regenerierungsdrinks, sowie persönliche "Wundermittelchen" in seinem Angebot hatte. Beide Mannschaften konnten sich gute Chancen erarbeiten. Jedoch blieben stets die Torhüter Sieger über die anstürmenden Gegner. Das Ziel, mit keinem Gegentreffer in die Pause zu gehen, wurde von den Zugern klar erreicht. In der 28. Minute musste dann Melliger doch noch hinter sich greifen. Diesen Rückstand vermochten die Oberwiler nicht mehr aufzuholen. Es ist aber noch zu erwähnen, dass sie in diesem Spiel drei Aluminiumtreffer zu verzeichnen hatten. Dennoch dürfen die Rebells zufrieden sein, haben sie doch dem Turnierfavoriten die Stirn geboten.

 

Zahlreiche Auszeichungen

Abgesehen vom vierten Platz, konnten die Zuger einige Auszeichnungen abräumen. Der Oberwiler Raphael Melliger wurde verdientermassen zum besten Stürmer des Turniers ausgezeichnet. Angesichts seiner kämpferischen Einsätzen und sehenswerten Toren war die Wahl für die Jury wohl nicht allzu schwer.

Tibor Kapanek wurde zudem ins Allstar-Team des Turniers gewählt. Auch diese Auszeichnung hat er sich redlich verdient. Leider klebte ihm an diesem Cup das Pech ein wenig an der Schaufel, hatte er doch einige Aluminiumtreffer zu beklagen.

Als Team angelten sich die Oberwil Rebells ausserdem die Fairplay-Trophy. Kaum zu glauben, aber die Rebellen waren das fairste Team mit den wenigsten Strafminuten. Bösester Rebell war Yves Stucki mit gerade einmal 6 Strafminuten. Blickt man auf die heimische Strafenliste, so verwundert dies doch ein wenig. Es verdeutlicht aber auch, wie konzentriert die Zuger zu Werke gingen und wie ernst sie dieses Turnier nahmen. Die höchste Auszeichnung war aber, dass die Oberwiler das Schweizer Streethockey würdig vertreten konnten und mit grossem Applaus an der Schlussehrung verabschiedet wurden.

 

Resume

Die Oberwil Rebells dürfen mit den starken Leistungen gegen die besten Teams aus Tschechien und der Slowakei absolut zufrieden sein. Aus dem 4. Platz hätte genauso gut ein 2. Platz resultieren können, wenn ein wenig mehr Glück und Kaltblütigkeit auf der Seite der Zuger dagewesen wäre. Gegen jeden Gegner vermochten die Rebellen mitzuhalten und erspielten sich auch viele hochkarätige Chancen, welche ebenso zu einem Sieg über Bratislava, Vrutky oder Pilsen hätten führen können, vielleicht sogar müssen. Die Mannschaft zeigte an dem Turnier ein komplett anderes Gesicht, als in der heimischen Meisterschaft. Die Oberwiler konnten in diesen vier Spielen ohne Probleme mit dem wahnsinnigen Spieltempo der Tschechen und Slowaken mithalten und die Spiele jeweils ausgeglichen gestalten. Die Erkenntnis, jeweils nur sehr knapp gescheitert zu sein, ist hingegen der grösste Ansporn im nächsten Jahr an einem internationalen Turnier noch ein besseres Resultat erzielen zu wollen.

 

Das Pilsen-Weekend kann als absoluter Erfolg gewertet werden. Die drei Tage trugen extrem zur Teambildung und Motivation bei. Auch wenn die Spieler wohl komplett übermüdet und mit schmerzenden Beinen zurück in die Heimat gereist sind, werden sie den ersten perfekt organisierten Pilsen Cup wohl nicht mehr so schnell vergessen und mit diesen Erfolgen neue Moral für die Schlussphase der Meisterschaft getankt haben!

 

Fotos vom Turnier kommen im Verlauf der Woche...

 

Telegramme:

 

Ru?inov Bratislava - Oberwil Rebells  3:3  (2:2, 1:1)

 

Tore: 2. Pápe? (Šurek), 6. Melliger (Meier, P. Věchet), 13. Huber (Šurek), 15. Häni (Melliger) 30. Behúl (Simon, Huber), 32. Van Orsouwn (Beiersdörfer, Kapánek)

 

Ru?inov Bratislava: Sebestyén - Vasiľ, Polák, Rímský, Danko, Bobek, Račko, Behúl, Huber, Simon, Cvik, Blahút, Štefan, Kri?an, Pápe?, Zelenák, Šurek, Kovalík.

Oberwil Rebells: P.Melliger - Kapánek, Bossard, Nisevic, P.Věchet, Van Orsouw, Döbeli, Beiersdörfer, Wismer, Häni, Stucki, R.Melliger, Trütsch, Sonderegger, Meier, Baume, M.Věchet.

 

 

 

Kometa Vrútky - Oberwil Rebells  2:1  (1:1, 1:0)

 

Tore: 5. Ruttkay, 19. Stucki (P.Věchet), 27. Kovač (Kolčak)

 

Kometa Vrútky: M. Faber - J. Faber, Čikkel, Vidlar, Malik, Daubner, Pastorek, Zelený, Lihan, Kerdík, Ruttkay, Kovač, Vojtas, Kolčak, Bučkuliak, Hlavač, Virag, Fillo, Čavajda.

Oberwil Rebells: Sidler - Kapánek, Bossard, Nisevic, P.Věchet, Van Orsouw, Döbeli, Beiersdörfer, Wismer, Häni, Stucki, R.Melliger, Trütsch, Sonderegger, Meier, Baume, M.Věchet.

 

 

 

Hr.Králové - Oberwil Rebells  2:4  (1:2, 1:2)

 

Tore: 10. Wismer (R.Melliger), 12. M.Věchet (Trütsch), 20. Novák (Kamaryt), 30. Wismer (Döbeli), 34. R.Melliger (Stucki), 39. Fišer (Tesař)

 

Hr.Králové: Hora (21. Musil) - Hrabica, Fišer, Kamaryt, Dunda, Mašík, Dostál, Chmel, Filip - Novák, Kubeš, T. Hora, Urban, Krejčík, Ruda, Nutil, Tesař, Hák, Je?ek, Bílý, Merta.

Oberwil Rebells: Sidler - Kapánek, Bossard, Nisevic, P.Věchet, Van Orsouw, Döbeli, Beiersdörfer, Wismer, Häni, Stucki, R.Melliger, Trütsch, Sonderegger, Meier, Baume, M.Věchet.

 

 

 

Plzeň - Oberwil Rebells  1:0  (0:0, 1:0)

 

Tore: 29. Štulc (Edl)

 

Plzeň: Větrovský (21.Semera) - Edl, Bezděk, Slanec, Pospíšil, Kavalír, Němeček - Muchl, Štulc, J. Kejř, Komanec, Vágner, Regner, Liška, Krásný, Průcha, Ondra.

Oberwil Rebells: Sidler - Kapánek, Bossard, Nisevic, P.Věchet, Van Orsouw, Döbeli, Beiersdörfer, Wismer, Häni, Stucki, R.Melliger, Trütsch, Sonderegger, Meier, Baume, M.Věchet.

 

Tabelle:

1. HBC PLzeň                    4 0 0 6:1 12 
2. HBK Kometa Vrútky      2 0 2 9:8  6
3. Ru?inov                          1 2 1 8:7  5
4. Oberwil Rebels              1 1 2 8:8  4
5. Hradec Králové              0 1 3 6:13 1
 
 
All-Star Team:
Torhüter: Faber (Vrútky)
Verteidiger: Kapánek (Oberwil), Blahút (Ru?inov)
Stürmer: Lihan (Vrútky), Polák (Ru?inov), Štulc (Plzeň)
 
 
Auszeichnungen:
 
Bester Torhüter:
Petr Šulan - HBC Plzeň
 
Bester Verteidiger:
Martin Kadaně - HBC Plzeň
 
Bester Stürmer:
Raphael Melliger - Oberwil Rebells
 
MVP des Turniers:
Jan Pospíšil - HBC Plzeň
 
Fair-Play:
Oberwil Rebells

Autor Mike Häusler

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