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Freud und Leid


Mo, 25.04.2022

Freud und Leid für die Rebells am Cupfinaltag 

Nach der Niederlage im Play-Off Halbfinal wollte die erste Mannschaft der Oberwil Rebells am letzten Samstag wenigstens einen der beiden möglichen Titeln verteidigen. Der Anlass war das Final Four Turnier in Belp, an welchem aus den verbleibenden vier Teams der Cupsieger erkoren werden sollte. 

Der Gegner im Halbfinal ist kein geringerer als der amtierende Qualifikationssieger aus Grenchen. Die Kaderbreite sowie auch die Erfahrung, welche der SHC Grenchen-Limpachtal aufs Matchblatt bringt, lassen die Zuger ungewohnt in die Rolle des Underdogs schlüpfen. 

Das Spiel gestaltet sich von Beginn weg ausgesprochen ausgeglichen, daher ist es wenig überraschend, dass das erste Drittel der Halbfinalpartie, bei welcher nur drei Mal 15 Minuten gespielt werden, mit 0:0 in die Kabine geht. Größere Sorgen als das Resultat bereitet der Mannschaft von Tibor Kapanék das Personal. Neben dem gesperrten Flügel Raphael Enzler fallen bereits im ersten Abschnitt die beiden Leistungsträger Thomas Hohl und Raffaele Cioffo verletzt aus.  

Auch im Mitteldrittel offerieren die beiden Teams den zahlreichen Zuschauern aus der ganzen Schweiz einen sportlichen Leckerbissen. Harte Zweikämpfe, gute Abschlüsse und zwei überragende Torhüter prägen das Spiel. Die Uhrenstädter sind es dann, welche zum ersten Mal etwas Zählbares aus ihren Chancen mitnehmen können, Rindlisbacher bezwingt Iten zum 1:0. Von dieser Sekunde an spielen vor allem die Zuger. Einzig Goalie Brodard und die Pausensirene sind im Stande das offensive Feuerwerk  zu unterbrechen. 

Der Schlussabschnitt steht dann ebenfalls im Zeichen der Aufholjagd, nur leider sind es erneut die Berner, die eine ihrer wenigen Konterchancen zu nutzen wissen. Damit hat das Spiel seine Vorentscheidung bereits gefunden, dabei spielt es weder eine Rolle, dass Rohdewald 15 Sekunden vor Schluss auf 2:1 verkürzt, noch das Kunzmann 6 Sekunden vor dem Ende noch ins leere Tor trifft. Grenchen schlägt Oberwil mit 3:1 und gewinnt am Abend auch noch den Final gegen Gals.

Erfreulicher aus Zuger Sicht sind die Cups der U15 und U12 Mannschaften. Die U15 gewinnt Silber, während die U12, dank dem 1:0 durch Noah Sidler, sogar den Pokal mit nach Hause nehmen darf. 

Das Ende einer Ära

Zusammen mit dem Spiel gehen auch vier einflussreiche und grosse Karrieren zu Ende. Patrick Döbeli, Goran Nisevic, Thomas Hohl und Raphael Melliger, diese Namen haben erreicht, was viele nie für möglich gehalten hätten. Meisterschaften, Cupsiege und nicht zuletzt World Cup-Gewinne sind die wohl aussagekräftigsten Titel, wenn man versucht zu erklären, wie gut sie denn tatsächlich waren. Neben dem sportlichen Erfolg, welcher seinesgleichen sucht und auch noch lange suchen wird, haben sie aber etwas viel Größeres geschaffen. Sie haben erreicht, dass kleine Kinder beim Hockeyspielen Rebellstrikots tragen und zanken wer Melliger oder Döbeli sein darf. Sie haben erreicht, dass jeder dieses Vereins den gleichen Erfolg anstrebt, welcher für sie in den letzten Jahren bereits zur Normalität geworden war. Nicht zuletzt haben diese vier dazu beigetragen, dass dieser Verein in erster Linie kein Sportverein mehr ist, sondern eine Gruppe von Freunden mit allen möglichen Hintergründen, ein Team von Menschen aus allen denkbaren Alterskategorien mit wenigen Worten: Eine einzigartige Familie! Die Oberwil Rebells danken euch im Wissen, dass keine Worte dieser Welt euren Leistungen gerecht werden kann, für jede einzelne Sekunde, die ihr in unseren Sport und unseren Verein investiert habt und freuen uns euch auch weiterhin in unserer Familie zu wissen.

Autor Raphael Enzler

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